Berliner Blockade

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Die vier Sektoren von Berlin ab 1945

Die Berliner Blockade war eine Blockade-Aktion des sowjetischen Diktators Stalin von 1948/1949 gegen Westberlin. Abweichend von den protokollierten Beschlüssen in der Konferenz von Jalta vertrat die Sowjetunion immer häufiger die Auffassung, die ehemalige Reichshauptstadt Berlin sei als Ganzes Bestandteil ihrer Besatzungszone. Die Aktion gehört zu den wichtigsten Ereignissen im Kalten Krieg des 20. Jahrhunderts.

Westberlin war damals vollständig eingekreist durch die Sowjetische Besatzungszone (SBZ), in drei Zonen geteilt und zunächst nur über eine Straße, eine Schienenstrecke und einen Luftkorridor mit den westalliierten Besatzungszonen - insbesondere die Britische Besatzungszone und die Amerikanische Besatzungszone - im besiegten Deutschland verbunden. Bei der Festlegung der Sektoren im Februar 1945 in der Konferenz von Jalta waren keine Regelungen über die Verkehrswege zwischen den Berliner West-Sektoren und den West-Zonen getroffen worden.[1] Stalin war unter anderem erzürnt darüber, dass die drei westalliierten Besatzer USA, Großbritannien und Frankreich eine Währungsreform und die Umsetzung des Marshallplans in ihren Zonen angekündigt hatten, was mit seinen kommunistisch orientierten Wirtschaftsvorstellungen nicht vereinbar war. Zudem drohte durch die neue Währung eine Entwertung der bisherigen Reichsmark, die noch als Zahlungsmittel verwendet wurde. Er ließ deshalb sämtliche Zufahrten zum westlichen Stadtteil blockieren. Das Kraftwerk Zschornewitz, das Berlin seit Jahrzehnten mit elektrischem Strom versorgt hatte, stellte in der Nacht zum 24. Juni 1948 die Belieferung der Westsektoren offiziell ein. Nur einige wenige Gegenden wurden über Leitungen, die den Sektorengrenzen nicht folgten, weiter mit Strom aus dem Ostsektor versorgt.[2] Die West-Berliner Kraftwerke konnten den fehlenden Strom nicht ersetzen. Viele Lichter in West-Berlin gingen aus. Damit war Westberlin von der lebenswichtigen Versorgung abgeschnitten.

Als Reaktion auf Stalins Maßnahme richteten die USA eine Luftbrücke ein, welche mit einem intensiven Flugaufkommen (bis zu 900 Flüge täglich) die Versorgung Westberlins mit dem lebenswichtigen Bedarf über längere Zeit sicherzustellen vermochte. Nach der auch juristisch vollzogenen Teilung der Stadt in Ost- und Westberlin hob Stalin nach längeren Verhandlungen die Blockade auf.

1 Einzelnachweise

  1. Verkehrsanbindung laut Wikipedia
  2. Daniel F. Harrington: Berlin on the Brink: The Blockade, the Airlift, and the Early Cold War. University Press of Kentucky, 2012, ISBN 9780813136134.

2 Literatur

  • dtv-Atlas Weltgeschichte, Band 2

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